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Echtes Geld für falsche Kunst...

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Titanweiß und Manganblau

Das Domizil des Joseph Beuys, ein unauffälliges Bürgerhaus, liegt wie verlassen hinter alten Bäumen in einem stillen Düsseldorfer Wohnquartier. Gleich hinter dem Treppenaufgang das Büro - weißer Schreibtisch, weiße Gartenstühle mit weißen Kissen. An die Wand ist ein gelehnt, einst von Beuys bei einer Kunstauktion benutzt.
Eva Beuys, die Witwe des verstorbenen Magiers, kramt in Papieren und Katalogen, die auf dem Schreibtisch und auf dem Boden verstreut liegen. Sie gräbt nach Photos von Objekten, nach Strafanzeigen und Vernehmungsprotokollen. Und schimpft auf die Kunsthändler: "Die meinen, jetzt soll die dumme Frau, die das ganze Leben nur Kaffee gekocht hat, entscheiden, was echt und falsch ist."
Seit dem Tod ihres Mannes im Januar1986 schlägt sich Eva Beuys mit Arbeiten herum, die auf Auktionen und in Kunsthandlungen angeboten werden und durchaus nicht immer von der Hand des Meisters stammen. Seither lernt sie - wie andere Hinterbliebene von Künstlern mit Ruhm - die Usancen eines Marktes kennen, in dem hinter einer Fassade des schönen Scheins getrickst und getäuscht wird. Hinter der ein toller Tanz ums Goldene Kalb tobt.
Da gibt es ein Ölbild mit Kringeln und Quadraten, im November 1986 von einem Münchner Auktionshaus "unter Echtheits-Vorbehalt" verkauft - obwohl Beuys nie auf Leinwand gemalt hat. Oder eine Tafel mit draufgepapptem Hut und Schuhsohlen, vom Auktionator als Beuys-Original ausgewiesen - eher eine Karikatur denn eine gekonnte Imitation. Für den Versteigerer kein Problem: Er konnte eine schriftliche Bestätigung des Vorbesitzers über die Echtheit vorweisen und nahm später die Objekte zurück. Da gibt es rund zwanzig Zeichnungen, Stückpreis 40 000 Mark, die im Herbst 1988 von einer Krefelder Galerie auf den Markt geworfen wurden, nach Meinung von Frau Beuys nahezu allesamt Fälschungen. Ein besonders starkes Stück: Noch zu Lebzeiten von Beuys verschenkte seine Gattin einen schlichten Kaffeehaustisch, Marmorplatte, Gusseisenfuß, an eine befreundete Galeristin in Rom. Kaum war der Meister verstorben, tauchte der Tisch, jetzt mit einer Vase samt roter Rose drapiert, im Katalog der Galerie auf - als originale Beuys-Installation....

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